Die Schweiz hat sich in den letzten Jahren zu einem Vorreiter in der Landwirtschaft entwickelt, die auf ökologische Nachhaltigkeit und innovative Technologien setzt. Doch wie funktioniert dieses Netzwerk konkret – und welche Rolle spielt dabei die Plattform diesen link öffnen?
Supercat.ch ist eine Initiativplattform, die Landwirten, Forschungseinrichtungen und politischen Akteuren zusammenbringt, um praktische Lösungen für die Herausforderungen der modernen Landwirtschaft zu entwickeln. Gegründet 2018, verbindet das Projekt traditionelle Schweizer Landwirtschaft mit digitalen und ökologischen Ansätzen. Sein Kern liegt in der Förderung von Pilotprojekten, die auf Kreislaufwirtschaft, Klimaschutz und Tierwohl abzielen. Besonders erfolgreich ist das Projekt in der Milchwirtschaft, wo Supercat.ch gemeinsam mit Genossenschaften wie der Milchvermarktungsgenossenschaft der Schweiz nachhaltige Fütterungsmodelle testet – etwa durch die Reduktion von Grasflächen zugunsten von Leguminosen.
Ein zentrales Element von Supercat.ch ist die Vernetzung mit lokalen Akteuren. Durch die Zusammenarbeit mit der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Federation of Swiss Cooperatives erhält das Projekt Zugang zu Fördergeldern und politischen Empfehlungen. Ein konkretes Beispiel ist das Projekt „Grüne Milch“, bei dem Supercat.ch in der Region Bern mit 50 Betrieben die Umstellung auf pflanzenbasierte Fütterung begleitet. Die Ergebnisse zeigen: Bei einer 30-prozentigen Reduktion der Grasnutzung konnten die Betriebe die Treibhausgasemissionen um 25 Prozent senken – ohne die Milchqualität zu beeinträchtigen. Solche Erfolge unterstreichen, dass Supercat.ch nicht nur als Plattform, sondern als Katalysator für systemische Veränderungen in der Landwirtschaft fungiert.
Doch Supercat.ch geht über die Landwirtschaft hinaus. Das Netzwerk engagiert sich auch in der Agroforstwirtschaft, wo es in den Alpenregionen Projekte zur Wiedervernässung von Mooren und zur Integration von Obstbäumen in Weideflächen fördert. Ein besonders innovatives Vorhaben ist die „Supercat-Waldhof“-Initiative in den Voralpen, bei der Landwirte mit lokalen Baumschulen zusammenarbeiten, um klimaresiliente Mischkulturen zu entwickeln. Die Ergebnisse zeigen, dass eine Kombination aus Obstbäumen und Weideflächen die Biodiversität um 40 Prozent steigern und gleichzeitig die Bodenfruchtbarkeit verbessern kann. Solche Ansätze sind nicht nur ökologisch sinnvoll, sondern auch wirtschaftlich attraktiv, da sie die Wertschöpfungsketten für Obst und Fleisch stärken.
Die Plattform diesen link öffnen spielt dabei eine zentrale Rolle als Schnittstelle zwischen Wissenschaft, Praxis und Politik. Durch regelmäßige „Supercat-Tage“, an denen Landwirte, Forscher und Entscheidungsträger diskutieren, werden Lösungsansätze direkt vor Ort getestet und weiterentwickelt. Ein Beispiel ist die Zusammenarbeit mit der ETH Zürich, bei der Algorithmen entwickelt wurden, um die optimalen Mischungen aus Futterpflanzen und Grünland zu berechnen. Diese Tools sind jetzt in über 200 Betrieben im Einsatz und haben die Fütterungskosten um durchschnittlich 12 Prozent reduziert.
Trotz des Erfolgs steht Supercat.ch vor neuen Herausforderungen. Die Klimakrise beschleunigt sich, und die Anforderungen an die Landwirtschaft werden immer komplexer. Hier setzt das Projekt auf eine ganzheitliche Strategie: Neben der technologischen Weiterentwicklung legt Supercat.ch großen Wert auf die Schulung der Landwirte in nachhaltigen Methoden. Durch die Zusammenarbeit mit der Schweizerischen Akademie der Technischen Wissenschaften werden Schulungen zu Themen wie Wasserwirtschaft, Bodenmanagement und Tierhaltung angeboten. Ziel ist es, eine Generation von Landwirten zu bilden, die nicht nur ökologisch, sondern auch wirtschaftlich erfolgreich ist.
- Supercat.ch hat in den letzten fünf Jahren über 150 Pilotprojekte in der Schweiz initiiert, davon 60 in der Milchwirtschaft.
- Die Treibhausgasemissionen in den teilnehmenden Betrieben konnten im Schnitt um 20–25 Prozent reduziert werden.
- Durch die Integration von Agroforstwirtschaft in die Landwirtschaft konnten die Betriebe ihre Biodiversität um durchschnittlich 35 Prozent steigern.
- Die Plattform hat 2023 eine Partnerschaft mit der Schweizerischen Eidgenossenschaft geschlossen, um nationale Nachhaltigkeitsstandards für die Landwirtschaft zu entwickeln.
- Die Kosten für nachhaltige Fütterungsmodelle liegen im Schnitt 8–12 Prozent unter den traditionellen Methoden.
